Lehm und Gesundheit

Think Earth! Ausstellung

Innerhalb der Ausstellung Think Earth! an der ETH Zürich im November 2017 entstand ein Videobeitrag zum Thema, der die Vorzüge des Lehm für das Inneraumklima unterstreicht.

THINK Earth! Filme

https://vimeo.com/260059892

 

In vier Kurzdokumentarfilmen kommen Akteure des Bauens mit Lehm heute in der Schweiz zu Wort. Bauherren, Planer, Architekten und Lehmbauer erläutern die Hintergründe zu aktuellen Lehmbauprojekten unter den Gesichtspunkten von Gesundheit, Ressourcennutzung, Gebäudetechnik und gesellschaftlicher Bedeutung.

THINK Earth! Film "Lehm und Gesundheit"

Ein gesundes Raumklima hängt meistens von der Luftqualität und der Luftfeuchtigkeit ab. Für beide ist Lehm ein interessantes Material, da Lehm die Schadstoffe in der Luft sind absorbieren kann. Der Lehm wirkt wie ein Filter und hilft die Luft zu säubern. Mit dem Einsatz von unbelastetem Lehm beim Bauen bringt man keine zusätzlichen Schadstoffe in den Innenraum und verzichtet auf eventuell gesundheitsschädigende Stoffe die oft im Pützen oder Anstrichfarben erhalten sind. Ausserdem kann Lehm die Feuchtigkeit regulieren, das heisst bei zu viel Feuchtigkeit diese absorbieren und bei Trockenheit wieder freigeben. Die Luft bleibt bei angenehmen circa 50% relativer Feuchtigkeit.

Die Schule Allenmoos in der Stadt Zürich wurde mit Lehmputz verkleidet, was sich positiv auf das Raumklima und das Wohlbefinden der Kinder auswirkt. Der Architekt Roger Boltshauser hat mit dem Lehmbauausführer Martin Rauch zusammengearbeitet um die einzigartige Bauweise zu entwickeln. Der Pavillon ist eine hybride Konstruktion mit Teilen in Stampflehm, Lehmpützen und Lehmböden. Die Materialeigenschaften von Lehm eignen sich gut für eine Schulnutzung: Feuchtigkeit der Raumluft wird regulieret und Gerüche absorbiert. Lehm verleiht dem Gebäude einen spielerischen Charakter und lädt Kinder ein auch auf dem Boden zu spielen.

Auch im Stadtspital Triemli in Zürich wurde Lehmputz verwendet für die Decken der Patientenzimmer. Die Konstruktionsweise besteht aus einer 40cm dicken Betondecke, darunter ist ein Kühl- und Heizungssystem mit wasserführenden Leitungen montiert und mit 2 bis 5cm Lehmputz aufgespritzt. Ralph Künzler, der die Lehmarbeitsausführung geleitet hat, erklärt uns wie Lehm auch hier für seine hohe Feuchtigkeitsaufnahmefähigkeit und Absorption von Geruchstoffen verwendet würde. Lehm kann zusätzlich eventuell anfallende Kondensation aufnehmen, die sich bei einem integrierten Kühl- und Heizungssystem bilden kann und besonders in Spitalräumen nicht erwünscht ist.


Bericht zur Think Earth! Ausstellung

Zusammenarbeit vom Lehrstuhl für Nachhaltiges Bauen und der IG Lehm


LowTech Symposium | Natural Building Lab | TU Berlin

Im Rahmen der Think Earth! Podiumsdiskussion tauschten sich verschiedenste Fachleute zum Thema "Lehm und Gesundheit" aus. Wie kann Lehm und Lehmputz effizient und auf natürliche Weise die Luftfeuchtigkeit regulieren und gleichzeitig den Komfort im Innenraum steigern?

Andrea Klinge (ZRS Architekten, Berlin), Prof. Eike Roswag (TU Berlin / ZRS Architekten, Berlin), Dr. Walter Hugentobler (Hausarzt im Ruhestand, Zürich), Ralph Künzler (Baubiologie und Lehmbau, Winterthur). Moderation: Prof. Adrian Altenburger (SIA Schweiz / HSLU, Luzern)

 

Leider ist die Video-Aufzeichnung der Vorträge und Podiumsdiskussion nicht online verfügbar. Aber auf der LowTech Symposium des Natural Building Lab an der TU Berlin konnten Andrea Klinge und Walter Hugentobler ähnliche Positionen darlegen.