Neunutzung Bauernhof Püntenstrasse

Zusätzliche Bauinformationen

Baujahr

2020

Ort

8472 Seuzach ZH

Beschreibung

Baubiologischer und elektrobiologischer Umbau eines Bauernhauses und Ausbau der Scheune zu Wohnungen

Das denkmalgeschützte Bauernhaus aus dem 16./17. Jh. mit den nachfolgenden Erweiterungen des Ökonomieteils wollten alle Beteiligten mit Respekt behandeln, es zukunftsorientiert erneuern, würdig ergänzen und den veränderten Wohnbedürfnissen angepasst gestalten.
Dabei standen baubiologische Aspekte im Vordergrund. Die Aussenhülle erhielt innenseitig einen 8cm dicken Kalkdämmputz, eine Eigenmischung, die mit ihren nachwachsenden Zuschlägen mit industriellen Produkten dämmtechnisch mithält und im Sockelbereich rein mineralisch ausgeführt wurde.
Die vielfältigen Untergründe erforderten unterschiedliche Lösungen, von Schilfmatten, Streckmetall und Holzwolleplatten bis Stopfmörtel und Sott-Sperrschichten. Der Grundputz und die Lehm-Netzeinbettung bestehen aus mehreren Aushublehmen (direkt von der Baustelle, aus Stadel und Ellikon, sowie Berger Ziegeleilehm), wie auch die Grundmischungen der farblich veredelten Deckputze. Damit wurden Wohn- und Schlafräume, teilweise auch auf Wandheizungen, verputzt, die somit zur direkten Speichermasse werden. Der Küche-Essbereich strahlt dagegen in naturweissem Kalkputz.
Auch die freigelegten Riegelwände erhielten nun gebührende Aufmerksamkeit. Sie wurden lediglich behutsam geflickt, sowohl innen wie auch an der denkmalgeschützten Ostfassade. Versteckt bleibt dagegen die Lehmschüttung im Boden oder Lehmform-Elemente der Fussbodenheizung.
Die Nasszellen heben sich sowohl farblich wie auch von der Oberfläche ab. Im innenliegenden Duschbad entfaltet sich ein kräftiges Orange und im Bad und WC laden kühlere blaue und grüne Kalkglätten zum Abtauchen ein.
Auch die übrige Materialisierung wie Weisstannenböden und Tonplatten wurde von Ökologie- und Behaglichkeitsaspekten geleitet. Aber auch die Idee der Wiederverwendung von Bauteilen, insbesondere Türen, Holz-Bauteile und Beschläge, die energetische Sanierung mit Minergie-Eco-Zertifizierung oder Elektrobiologie spielten eine Rolle bei der Auswahl.

Die weiteren drei Mietwohnungen im Ökonomieteil werden in gleicher Weise ausgebaut und materialisiert.

Weitere Beteiligte
  • Bauherrschaft/ Eigenleistungen/ Beschaffung Altgut-Bauteile:
    Esther Hildebrand & Martin Graf, Effretikon
  • Architektur/ Bauleitung: arge lehmbaubüro & chloe architektur
    (Doris Müller & Christiane Löffler), Ossingen/ Zürich
  • Lehm-, Dämm- und Kalkputze: Arbeitsgemeinschaft hinak
    (Arno Labouré, Ralph Künzler, Andreas Egli) mit Reto Schatt, Roland Fries, Lona Tulinski u. a.
  • Kalkputz Bäder: Michael Lio Lehmbau mit Sami Weisser
  • Ausfachungen/ Kalkputz: Lehmbaubüro GmbH Doris Müller
  • Baumeister: Jürg Weinsack, Sami Weisser, Markus Fehr, Oberwinterthur
  • Zimmermann/ Schreiner/ Holzböden: Arbos AG
  • Kachelöfen: Jud Ofenbau, Dminic Jud
  • Malerin: Prisma Malerei, Ursula Schöneberger
  • Lieferanten: Lanatherm, Lehmwerk, Stroba, Haga

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